Nachhaltig und Regional: Hier gibt es Lebensmittel direkt aus der Nachbarschaft

Teil 1

Von Sabine Otterbeck, Lena Breuer und Julia Kleinschmidt

Sie sind frisch, entlasten dank kurzer Transportwege die Umwelt und bieten die Möglichkeit zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft: Lebensmittel aus der Nachbarschaft. Dabei haben Aspekte wie Nachhaltigkeit und Regionalität in Zeiten der Pandemie nochmals an Bedeutung gewonnen. Besuch bei einigen Anbietern, die Wege zur gesunden und ressourcensparenden Ernährung und Lebensweise aufzeigen.

Seit 2009 liefern Jens (re.) und Sven Weißenbach in der Region und darüber hinaus ihre Biokiste aus. Die Produkte stammen aus der eigenen Landwirtschaft oder von anderen regionalen Erzeugern. Foto: pr

Biokiste Weißenbach

Fritz Niewald Weg 1, Bad Salzuflen

Geht es um Bioprodukte direkt vom Feld kann sich Familie Weißenbach durchaus als Pionier bezeichnen. „1976 hat mein Vater Werner die landwirtschaftliche Produktion auf biologische Erzeugung umgestellt“, informiert Jens Weißenbach. Gemeinsam mit Bruder Sven führt er das Unternehmen in vierter Generation, zu dem unter der Firmierung „Biokiste Weißenbach“ seit 2009 ein Lieferservice zählt. Ein Hofladen am Standort in Bad Salzuflen rundet die Angebotspalette ab.

„Mit unseren Kisten bringen wir 100 Prozent biologische Lebensmittel zu unseren Kunden“, hält Jens Weißenbach fest. Genau diese Vertriebsschiene erweise sich als einfacher Weg für qualitätsbewusste Verbraucher. In die Kiste kommen neben selbst produziertem Gemüse in Demeterqualität regionale Bioprodukte. „Viele Zulieferer arbeiten inzwischen exklusiv für uns“, betont Sven Weißenbach. Zum Liefergebiet zählen auch Minden, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen.

Jedes der Gebiete wird an einem Wochentag beliefert. „Unsere Sortimente mit Obst und Gemüse werden nach Kundenwunsch zusammengestellt und wechseln wöchentlich“, erläutert Jens Weißenbach. Bis zwei Tage vor der endgültigen Auslieferung kann der Kunde noch Produktwünsche äußern oder Änderungen vornehmen. Unliebsame Überraschungen sind ausgeschlossen: Wer bestimmte Sorten nicht mag, kann dies in einer Abwahlliste vermerken. Auch Backwaren, Molkereiprodukte, Müsli, Säfte, Bioweine oder Brotaufstriche finden den Weg in die Biokiste.

„Unsere Kunden können im Rhythmus von ein bzw. zwei Wochen ihre Lebensmittel wählen. Sie entscheiden außerdem darüber wohin die Reise geht“, führt Sven Weißenbach aus. Neben Privathaushalten werden Schulen mit Obst beliefert. Für Firmen und Büros ist das Team der Biokiste in Fragen zum Gesundheitsmanagement zur Stelle.

www.hofladen-weissenbach.de

Frische aus der Nachbarschaft: Wie viele andere Produkte in den Verbrauchermärkten von Edeka Röthemeier stammen diese Kartoffeln von Höfen aus der Region. Foto: pr

 

Edeka Röthemeier Handelsgesellschaft mbH

Hiller Straße 31 in Warmsen

Ob in Minden, Porta Westfalica, Kalletal, Petershagen oder Diepenau: In den Verbrauchermärkten der Edeka Röthemeier Handelsgesellschaft mbH werden die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität großgeschrieben. „Immer mehr Kunden ist es wichtig, dass Lebensmittel aus der Nachbarschaft stammen. Deren Herkunft ist bekannt und lange Anfahrtswege entfallen“, gibt Geschäftsführer Manuel Sasse den Nachfragetrend wieder, den das Unternehmen seit Jahren in seine Sortimentsgestaltung einfließen lässt. Entsprechend stammen viele Frischeartikel von Obst und Gemüse über Wurst, Fleisch oder Käse aus der Nachbarschaft. „Wie hoch der Anteil dieser Lebensmittel an unserem Gesamtangebot ist, lässt sich schwer beziffern“, lenkt Sasse ein, denn schließlich gäbe es kein Label für Nachhaltigkeit. Anders sei es bei der Rubrik „Bio“, die sich längst einen Stammplatz in den Märkten von Edeka Röthemeier erobert hat. Je nach Markt liege die Quote zwischen sechs und zehn Prozent des gesamten Angebotes von rund 20 000 Artikeln. „Fast alle Produkte gibt es inzwischen auch in Bioversion“, informiert Manuel Sasse.

Nachhaltigkeit, die die Umwelt schont spielt ebenfalls mit Blick Müllvermeidung eine große Rolle. So können Kunden beim Kauf an der Frischetheke geeignete Gefäße mitbringen, was die Verwendung von Plastiktüten und anderen Verpackungsmaterialien reduziert. „Für den Einkauf von losen Artikeln im Segment Obst und Gemüse halten wir recyclingfähige Mehrwegnetze bereit, die sich gut reinigen lassen“, benennt der Geschäftsführer einen weiteren Aspekt des Umweltschutzes.

Der erstreckt sich außerdem auf die Technik in den Verbrauchermärkten. So wurden in der Mehrzahl der Märkte die Kühlanlagen von herkömmlichen Kältemitteln auf klimaneutrales C02 umgestellt. Anlagen zur Wärmerückgewinnung sowie LED-Beleuchtungen erweisen sich ebenfalls als starke Partner in Sachen Umweltschutz. Anlagen für die Wärmerückgewinnung zählen in einigen Märkten zu den umgesetzten Maßnahmen.

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